Zurück in der Verbandsliga – Männer 1 dominieren Landesliga-Staffel 1
21.05.2026 | Handball | Männer 1
Nach dem direkten Wiederabstieg folgt der direkte Wiederaufstieg. Die erste Männermannschaft wird in der Saison 2026/2027 wieder in der Verbandsliga vertreten sein. Nach einer ungeschlagenen Hinserie sichert sich das Team mit 38:6 Punkten souverän die Meisterschaft in der Landesliga-Staffel 1. Erkennbar stolz auf sein Team und die Zuschauer zeigt sich Trainer Oliver Cicione: „Was für eine Reise! Ein riesiges Dankeschön an unsere Fans für den mega Support!“
Welche Rolle spielt der TSV Asperg in der Landesliga-Saison 2025/2026? Nach einem Jahr in der Verbandsliga konnte diese Frage vor der Saison nicht eindeutig beantwortet werden. Auch Chefcoach Oliver Cicione zeigte sich während der Vorbereitung eher zurückhaltend: „Ziel ist sich in der Landesliga zu etablieren und perspektivisch wieder oben anzugreifen.“ Der Trainer stand in vielfacher Hinsicht vor einer herausfordernden ersten kompletten Saison beim TSV. Beim Blick auf die Staffeleinteilung fanden sich viele unbekannte Teams aus dem alten Bezirk Heilbronn-Franken und zudem mussten vier externe Neuzugänge in die Mannschaft integriert werden. Janik Beermünder, Nico Kistermann und Manuel Huber, drei oberligaerfahrene Spieler, die von der SG BBM Bietigheim bzw. dem SV Magstadt zur neuen Saison ebenso zum TSV gelotst werden konnte, wie Enrique Hofferer vom TV Möglingen. Mit einer guten Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern ging es in die Spielzeit 2025/2026, die dem TSV mit dem 36:26-Heimsieg gegen die SG Degmarn-Oedheim einen Auftakt nach Maß bescherte. Nach Maß war auch der Spielplan in den ersten vier Begegnungen. Neben zwei Spielen in der Rundsporthalle hatten die Asperger auch auswärts keine langen Anfahrtswege. Es ging zur dritten Mannschaft der SG BBM Bietigheim und nach Möglingen zur HSG Leudelsbach, für drei Neuzugänge eine Reise in ehemalige Heimspielstätten. Janik Beermünder zeigte sichin Bietigheim hochmotiviert und steuerte im zweiten Saisonspiel bereits seine Treffer neun bis 17 zum 34:19-Erfolg bei. Zwei Wochen später stand das Derby bei der HSG Leudelsbach an, von deren Stammverein TV Möglingen Enrique Hofferer vor der Spielzeit „über den Buckel“ nach Asperg kam. Die neugegründete HSG verlangte den Aspergern über 45 Minuten alles ab, dennoch stand am Ende ein 30:21 auf der Anzeigetafel. Der vierte Sieg im vierten Spiel war unter Dach und Fach und ab Spieltag 2 hatte der TSV auch die Tabellenführung inne.
Den ersten Eintrag in die Statistikbücher dieser Saison lieferte das Team dann an einem Freitagabend Anfang November. Der 37:17-Heimsieg gegen den TSV Buchen war nicht nur bis zu diesem Zeitpunkt der höchste Heimsieg der Saison. Auch in der Endabrechnung konnte sich kein Team in der eigenen Halle mit mehr Toren durchsetzen. Und Asperg lieferte weiter Bestwerte: im Dezember gelangen beim 44:26 gegen die SG Schozach-Bottwartal 2 die meisten Asperger Tore dieser Saison und Ende Februar holte man mit dem 42:28 in Neckarelz auch den höchsten Auswärtssieg der Liga. Starke Zahlen und Statistiken, für Coach Cici das Ergebnis der kontinuierlichen Arbeit seiner jungen Truppe: „Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Was wir diese Saison abgeliefert haben, ist eine super Entwicklung! Die Zahlen lügen nicht: Wir stellen statistisch den besten Angriff und die beste Abwehr der Liga.“ In einer Statistik allerdings mischt der TSV nicht ganz vorne mit, was aber als Zeichen für die mannschaftliche Geschlossenheit gewertet werden kann: die Torschützenliste. Mit 103 Saisontoren rangiert Tim Kistermann dort auf Platz 15. Lou Mihatsch (93 Tore) und Jan Raiser (84) folgen auf den Plätzen 19 und 22.
Nach vielen Zahlen zurück zu der Rolle der Asperger in der Liga. Spätestens nach dem 40:24 gegen Lauffen-Neipperg im letzten Heimspiel 2025 und der damit verlustpunktfreien Vorrunde musste das Saisonziel „Etablierung in der Landesliga“ korrigiert werden. Elf Spiele waren zwar noch zu absolvieren, doch es war glasklar, dass die Meisterschaft nur über die Asperger geht. Aber die leisteten sich einen Stotterstart in die zweite Saisonhälfte. „Hauptsache gewonnen!“ war das Resumee nach dem 30:29-Sieg gegen Leudelsbach und auch beim 43:31 gegen Bietigheim 3 zeigten die Asperger vor allem in der Defensive ungewohnte Passivität. 13 Spiele ging es gut, doch im 14. Saisonspiel hat es den TSV dann erstmals erwischt: 22:25-Niederlage bei der HSG Hohenlohe. Die überragende Hinserie und die Tatsache, dass die direkten Konkurrenten aus Weinsberg und Degmarn-Oedheim immer wieder Federn ließen, bescherten aber weiterhin einen komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze. Und dann kam das Heimspiel am 21.03. gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen 2: ein Sieg gegen das Schlußlicht und die direkte Rückkehr in die Verbandsliga ist perfekt. In der ersten Viertelstunde hatten die Hausherren noch etwas Probleme, zeigten dann aber – angetrieben von einer einmal mehr großen und lautstarken Zuschauerkulisse – ihre Klasse und zogen immer weiter davon. Bereits beim 21:8 zur Pause konnten die Getränke kaltgestellt werden und nach dem 36:24-Endstand war klar: nächste Saison heißt es wieder #VerbandsligauntermHohenasperg. „Hier regiert der TSV“ hallte es aus dem großen Jubelkreis, bevor bereits am viertletzten Spieltag der Meisterwimpel übergeben wurde. Der Aufstieg war klar, aber einen Bestwert konnten die Asperger noch erreichen: die Saison als beste Mannschaft aller acht Landesliga-Staffeln abschließen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Meister der Staffel 2 HC Oppenweiler/Backnang 2 entschied sich am letzten Spieltag. Nach der 28:25-Niederlage zum Abschluss bei der SG Degmarn-Oedheim hat der TSV Asperg mit 38:6 Punkten einen Sieg weniger auf dem Konto als der HCOB. Zu verschmerzen, denn die Frage nach der Rolle des TSV in der Landesliga-Saison 2025/2026 wurde von Mannschaft, Betreuerstab und allen Ehrenamtlichen drumherum klar und deutlich beantwortet: eine überragende Rolle. Sieben Zähler stehen in der Abschlusstabelle zwischen dem TSV Asperg und dem TSV Weinsberg 2.
Für die Spieler ging es nach dieser kräftezehrenden Saison nach Mallorca und für den Trainer? „Jetzt heißt es erst einmal: Füße hoch, Akkus laden und dann voller Fokus auf die neue Spielzeit!“ Na dann, schöne Sommerpause und bis zur nächsten Saison in der Verbandsliga.
Bilder: Mike Matysik (www.portraction.de) | Bildergalerie