Acht Siege reichen nicht zum Klassenerhalt – Frauen 1 müssen in die Bezirksliga

26.05.2026 | Handball

Erstmals seit der Saison 1991/1992 wird die erste Frauenmannschaft in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der höchsten Liga im Bezirk oder höher vertreten sein. Nach einem ausgeglichenen Saisonstart fehlte dem Team immer wieder das Spiel- und Ergebnisglück. Am Ende standen acht Siege und 14 Niederlagen und Platz neun, der erste Abstiegsplatz aus der Bezirksoberliga.

Die Herausforderungen waren groß, mit denen die Frauen 1 im Sommer 2025 in die Vorbereitung auf die erste Saison nach der Neuaufteilung der Bezirke startete. HC Metter-Enz, HB Ludwigsburg 3, HSG Strohgäu 2, nur drei der elf Gegner waren Team und Trainer aus dem bisherigen Bezirk Enz-Murr bekannt. Neben den Gegnerinnen gab es auch in der Mannschaft zahlreiche Veränderungen. Während vier Spielerinnen nicht mehr zur Verfügung standen, kamen mit Paula und Luisa Köhler, Mia Schwager, Yvette Leißa und Chantal Matzka fünf Spielerinnen neu in das Team. Zudem kehrte Sandra Suchanek nach zwei Jahren Pause zurück auf die Trainerbank der Frauen 1. An der Seite des bisherigen Trainers Matthias Marquart ging sie mit dem Ziel in die Saison, das Potenzial der Mannschaft voll auszuschöpfen und „uns schnell in der neuen Umgebung zu etablieren, oben mitzuspielen und mit Selbstvertrauen aufzutreten.“ Bei allem Optimismus war dem Trainerteam klar, dass alles zusammenpassen muss, um in der neu zusammengewürfelten Liga zu bestehen: „Die Leistungsdichte und Zusammensetzung sind noch schwer einzuschätzen – umso wichtiger ist ein starker Saisonstart.“ Zumindest als solide kann man den Rundenbeginn dann auch einschätzen. In den ersten sechs Spielen wechselten sich Sieg und Niederlage ab. Nach drei Auswärtsspielen mit einem Sieg beim HC Metter-Enz zeigten die Aspergerinnen beim 32:18-Erfolg im ersten Heimspiel gegen Strohgäu 2 durchaus, dass sie ihr Ziel „oben mitzuspielen“ nicht zu Unrecht ausgegeben haben. Mit Ernüchterung muss dann aber die folgende Phase bezeichnet werden: vier Niederlagen, gegen Weinsberg und Schwäbisch Hall mit jeweils nur einem Tor Differenz, ließen den TSV am Ende des Jahres 2025 erst einmal nach unten schauen.
Im neuen Jahr kam die Hoffnung auf eine gute Saisonbilanz zurück, die Vorrunde endete mit einem 24:21-Sieg bei der Sport-Union Neckarsulm 3. Doch gegen die HSG Kochertürn/Stein und den HC Metter-Enz folgten wieder zwei knappe Niederlagen. Ein Phänomen, das sich durch die komplette Saison zog: bei sieben von 14 Niederlagen waren es lediglich ein oder zwei Tore Differenz. Das zeigte sich auch in der Tordifferenz. Mit 532:522 Toren hatte der TSV als einziges Team der unteren Tabellenhälfte ein positives Torverhältnis. Hauptsächlich dazu beigetragen haben Paula Köhler, Caroline Meißner und Larissa Glowka, die am Ende der Saison die meisten Treffer für den TSV erzielt haben. 128 Tore bedeuten für Paula Köhler Platz sechs in der ligaweiten Rangliste. Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass es für die Aspergerinnen mit dem Ende der Spielzeit immer kniffliger wurde. Auch vier weitere Siege gegen Hardthausen, Ludwigsburg 3, Gundelsheim und Weinsberg konnten nicht verhindern, dass es im vorletzten Spiel in Schwäbisch Hall darum ging, den Abstieg in die Bezirksliga noch irgendwie zu verhindern. Gegen den Tabellenzweiten aus Schwäbisch Hall eine anspruchsvolle Aufgabe, die letztlich zu herausfordernd für die Truppe des Trainerduos Suchanek/Marquart war. Nach dem 22:34 war klar, dass sich der TSV nicht mehr von Platz neun entfernen konnte und somit den Gang in die Bezirksliga antreten muss. Bezeichnend, dass auch das letzte Saisonspiel mit 26:25 äußerst knapp an die Sport-Union Neckarsulm 3 ging.
Nun heißt es volle Konzentration auf die neue Saison, die der TSV mit dem gleichen Kader und dem gleichen Teamgeist angehen wird um direkt wieder in die höchste Spielklasse des Bezirks zurückzukehren.

Bilder:
Mike Matysik (www.portraction.de) | Bildergalerie

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